Donnerstag , 18 April 2024

Time is your friend: Passives Einkommen mit Optionen generieren!

Immer mehr erfahrene Anleger nutzen den Verkauf von gedeckten Optionen um Risiken am Aktienmarkt zu reduzieren und dabei passives Einkommen zu generieren. Doch wie funktioniert das? Welche Chancen und Risiken warten auf den Anleger? Der erfahrene Berater im Asset Management und Optionstrader Eckart Keil von Optionsearner.com erklärt im heutigen Gastbeitrag wie das funktioniert!

Hohe Schwankungen am Aktienmarkt

Einige Investoren scheuen und meiden die Aktienmärkte aufgrund der hohen Schwankungen, wobei derzeit die Volatilitäten der Aktienindizes, gemessen am ViX-Index für den amerikanischen Standard & Poors-Index oder auch für den V-DAX mit einem Wert von 13 bzw. 12 historisch gesehen niedrig sind. Anders sieht es dagegen bei Einzelwerten aus: man denke nur an Titel aus den derzeit äußerst gefragten Bereichen „KI“ oder „Krypto“. Hier sind tägliche Auf – und Abs von 20 % und mehr keine Seltenheit!

Volatilität lieben lernen!

Wie soll man als Investor damit umgehen? Volatile Titel gänzlich meiden? Nein, im Gegenteil: sie sollten die Volatilität lieben lernen! Mit dem Verkauf gedeckter Optionen auf volatile Werte können Sie gegenüber dem Direkteinstieg passives Einkommen erzielen und gleichzeitig Ihr Risiko gegenüber dem Direkteinstieg senken. Wie funktioniert das? An dem schwankungsreichen Titel Moderna zeige ich, wie Sie mit dem Verkauf eines gedeckten Puts von der hohen Volatilität profitieren können.

Was sind überhaupt Optionen?

Was sind überhaupt Optionen, die an den Börsen standardisiert gehandelt werden? Eine Call-Option gibt dem Käufer (long Call) das Recht (für den Verkäufer, short Call, die Pflicht), innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens einen Titel zu einem festgelegten Preis erwerben (für den Verkäufer die Pflicht zu liefern) zu dürfen.

Bei der Put-Option hat der Käufer (long Put) das Recht, (der Verkäufer (short Put) die Pflicht) einen Titel zu einem festgelegten Preis innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens verkaufen (der Verkäufer der Option die Pflicht zu kaufen) zu dürfen.

So läuft das mit der Optionsprämie!

Der Käufer der Option zahlt für dieses Recht eine Optionsprämie, die dem Verkäufer der Option bei Abschluss sofort gutgeschrieben wird und die er auf jeden Fall behalten darf. Der Verkäufer nimmt deshalb für einen gewissen Zeitrahmen eine „Stillhalterposition“, ähnlich einer Versicherung, ein und wird dafür mit der Prämie belohnt. Deshalb sollte der Optionsverkauf immer gedeckt erfolgen, was bedeutet, das Geld sollte auf dem Konto bereit gehalten werden, um der Verpflichtung nachzukommen, den Titel zu kaufen, sollte dieser innerhalb der Laufzeit unter den Basispreis fallen. Ein Kontrakt besteht aus 100 Aktien.

Beispiel Moderna: Risikoärmer einkaufen!

Ist man für Moderna „grundsätzlich optimistisch“ und möchte sich beispielsweise „risikoärmer in den Titel einkaufen“, kann man einen Put zu einem Basispreis unter dem aktuellen Aktienpreis verkaufen. Zu diesem Preis muss man den Titel dann erwerben bzw. darf, wenn der Aktienpreis unter diesen fallen sollte. Die Optionsprämie erhält der Verkäufer der Option sofort überwiesen und kann diese auch behalten, egal welches Kurs-Szenario zukünftig eintreten wird. Damit baut sich der Verkäufer zusammen mit dem niedriger vereinbarten Basispreis einen entsprechende Kurs-Puffer ein. Verfällt die Option zum Laufzeitende, behält der Verkäufer die Prämie und könnte erneut eine Put-Option verkaufen.

Gedeckter Pot Option Moderna
Beispiel eines Verkaufs eines gedeckten Puts: Bei einem Kursrückgang unter den Basispreises haben Sie stets einen relativen Vorteil gegenüber dem Direktkauf des Titels, da der Basispreis unter dem aktuellen liegt und Sie auf jeden Fall die Prämie verdienen. Graphik: Optionsearner.com

Je volatiler der Titel, desto höher die Prämie!

Dabei lässt sich die Laufzeit und der Basispreis frei wählen: je nach eigener Erwartungs- und und Risikohaltung. Dabei gilt: je kürzer die gewählte Laufzeit und je näher der Basispreis am aktuellen Preis, desto höher die vereinnahmte Prämie. Vorausgesetzt wird, dass nach Auslaufen der Option diese theoretisch immer wieder zu den gleichen Konditionen abgeschlossen werden kann. Auch die Volatilität des betrachteten Titels spielt eine entscheidende Rolle für die Höhe der Optionsprämie, denn: je volatiler der Titel, desto höher die erzielbare Prämie.

Die Moderna-Aktie stand jüngst aufgrund spezifischer Unternehmensnachrichten kurzfristig unter erheblichem Kursdruck, die jedoch mittel- und langfristig nichts an den positiven Aussichten dieser Biotechfirma ändern sollten. Dies sind für den antizyklischen Investor günstige Gelegenheiten „sich dem Kauf der Aktie anzunähern“ via Verkauf einer Put-Option (Stillhalter in Geld).

Konkretes Beispiel: Drei Szenarien!

Beispielsweise bestand jüngst die Möglichkeit, einen Put mit einer Laufzeit von 24 Tagen und einem Basispreis, der nur geringfügig unter dem aktuellen Preis lag, zu verkaufen. Man spricht von „aus dem Geld“, wenn der Basispreis beim Put unter dem aktuellen liegt – beim Call entsprechend über dem aktuellen Kurs. Für diese Verpflichtung, Moderna bis zum Laufzeitende rund 2 % tiefer kaufen zu müssen – eigentlich besser ausgedrückt „zu dürfen“ – erhielten Sie 5 US-Dollar je Aktie, also für einen Kontrakt 500 US-Dollar. Gebühren sind dabei nicht berücksichtigt. Was kann nun passieren?

  1. Moderna bleibt in etwa auf dem Niveau wie derzeit und die Option verfällt: Sie haben die Prämie von 5 US-Dollar kassiert, also pro Kontrakt 500 US-Dollar, was hochgerechnet einer Jahresrendite von 68,2 % entspricht (unter der Prämisse, dass Sie dieses Geschäft entsprechend öfter im Jahr zu gleichen Konditionen ausführen können.)
  1. Moderna steigt an; die Prämie bleibt Ihnen. Der Wermutstropfen ist, dass Sie eventuell mit dem Direktkauf von Moderna mehr verdient hätten (Opportunitätsverlust).
  1. Moderna fällt unter den Basispreis und Sie werden ausgeübt, bekommen also die Aktien zum Basispreis eingebucht. Dann sieht Ihr Einstandspreis folgendermaßen aus: Basispreis – 5 US-Dollar (vereinnahmte Optionsprämie) und die 2,2 % unter dem aktuellen Preis bei Abschluss der Option. Dies bedeutet Sie können dann Moderna etwa 7,2 % günstiger erwerben als zum Zeitpunkt, als Sie die Option gehandelt haben. Danach könnten Sie die Gegenseite einnehmen und später einen Call verkaufen mit einem höheren Basispreis als Ihren Einstiegskurs wählen und erneut eine Optionsprämie vereinnahmen.
Optionen Put Call Passives Einkommen
Es gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto höher die Gewinnchancen des Put-Verkäufers. Wenn z.B. theoretisch alle 28 Tage ein Put mit 2,2 % aus dem Geld geschrieben werden könnte, ließe sich eine Jahresperformance von 137,5 % erzielen („Vola“ aktuell bei Moderna bei hohen 52,8 %). Graphik: Optionsearner.com

Fazit:

  • Ganz wichtig: Sie sollten stets „dem veroptionierten Titel“ eine Kurschance nach oben – zumindest eine Seitwärtstendenz – beimessen.
  • Durch den Verkauf von gedeckten Optionen, sei es bei Puts oder Calls, verfolgen Sie stets eine vorsichtigere Variante als beim Direktkauf bzw. Besitz des Wertes (Underlying) selbst.
  • Empfehlenswert: nur gedeckte Optionen verkaufen, d.h. Sie haben Cash auf dem Konto bzw. das Underlying im Depot.
  • Die vereinnahmte Optionsprämie bleibt stets bei Ihnen, egal wie sich der Kurs entwickelt.
  • Beim Verkauf eines Puts mit einem Basispreis unter dem Aktuellen sinkt bei Ausübung Ihr Einstandspreis.
  • Je höher die Volatilität, desto höher die erzielbare Prämie.
  • Je kürzer die Laufzeit, desto prozentual höher die erzielbare Prämie
  • Je näher der gewählte Basispreis zum aktuellen Preis, desto höher die Prämie
  • Die Zeit arbeitet stets für Sie, denn der sogenannte Zeitwert (Teil der Optionsprämie beim Verkauf der Option) sinkt gegen Laufzeitende auf „0“.
  • Die Laufzeitwahl und der Basispreis sind nach Risikoneigung und Erwartungshaltung frei wählbar, soweit diese an den Optionsbörsen standardisiert zum Handel angeboten werden

Gerade bei sehr volatilen Titeln, die überdies noch Nachholpotenzial haben, ergeben sich aktuell Kurschancen. Wenn Sie Zusatzeinnahmen erzielen und Ihr Risiko senken wollen, empfiehlt sich der Verkauf von gedeckten Optionen, um Prämieneinnahmen und passives Einkommen zu erzielen.

Tagesseminar: Wenn Sie mehr Informationen über Passives Einkommen über den Verkauf gedeckter Optionen erfahren möchten, besuchen Sie unsere Tagesseminare am 15. Juni und 6. Juli in München. Erfahrene Referenten zeigen Ihnen von den Grundlagen bis zu speziellen Strategien alles, was Sie über den erfolgreichen Verkauf gedeckter Optionen wissen müssen. Anmeldungen und weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.optionearner.com.

Unser Gastautor Eckart Keil betreute seit 1995 erfolgreich internationale Aktien- und Rentenfonds mit Optionsstrategien. Zu seinen beruflichen Stationen zählen u.a. die DZ Bank und die FIDUKA-Depotverwaltung. Zudem gründete und beriet er eigene Fonds im Rohstoffsektor. Keil arbeitete u.a. mit André Kostolany, Gottfried Heller und Dr. Jens Ehrhardt zusammen, bei denen er eine antizyklische, wertorientierte Anlagephilosophie “erlernte”. Seit 2011 ist Keil als freier Berater in der Vermögensanlage mit Schwerpunkt Portfoliostrukturierung und Renditesteigerungsstrategien, vornehmlich Prämiengeschäfte, tätig.

 

Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag von Optionsearner.com. Die Meinung von Gastautoren muss grundsätzlich nicht mit der Meinung der Redaktion von Investor-Magazin.de übereinstimmen. Für Beiträge von Gastautoren übernimmt der Herausgeber von Investor-Magazin.de grundsätzlich keine Verantwortung, Haftung und keine Gewähr. Dies gilt ebenfalls für die vom Gastautor verwendeten Charts, Graphiken, Tabellen, Bilder und alle zukunftsgerichteten Aussagen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn Leser in Folge dieser Beiträge Finanzgeschäfte jeglicher Art tätigen. Bitte machen Sie Ihre eigene Due Dilligence und bitte beachten Sie unseren Disclaimer!

 

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Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, Pixabay, Optionsearner.com

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